
Geboren 1937 in La Chapelle-en-Thiérache, Schriftsteller, Maler, Grafiker und Übersetzer, hatte 1959 seine erste Einzelausstellung (Malerei) in der Pariser Galerie „Le Soleil dans la tête“. Er ging dann zum Studium in die USA. In New York, in Neu-England und in Ontario (Kanada) lehrte er später französische Literatur und Kunst. 1967 schloß er sich zusammen mit seiner Frau Rikki Ducornet der US-amerikanischen Surrealistengruppe an.
Von 1972 an beteiligte er sich zudem an den Unternehmungen der surrealismusnahen internationalen „Phases“-Bewegung (Paris): Ausstellungen in Paris, Arras, Mayenne, New York, Denver, Chicago, Toronto, Montréal, Mexiko-Stadt, Lima, London, Lissabon, Brüssel, Poznań, Stockholm u.a. Daneben weitere Einzel- und Gruppenausstellungen in Paris, Angers, Lille, Tours, Algier und Constantine (1965), Woodstock, Hamilton, Hannover, Berlin u.a. Mitarbeit an den Zeitschriften Phases (Paris), Ellébore (Paris), Gradiva (Brüssel), Arsenal (Chicago), La Tortue-Lièvre (Montreal), Melmoth, Temps mêlés, Surrealism etc.
1973 bezog er ein Atelier im Anjou. Im Dezember 1978 eröffnete er das „Atelier de la Jaleterie“, das zehn Jahre lang Steinzeug und mit Asche emailliertes Porzellan in der Tradition der chinesischen Song-Keramik sowie Rakutöpferei herstellte. Nach Reisen in die Sahara und nach Ägypten begeisterte er sich für die Wüsten des Südwestens der USA (Arizona und New Mexico).
Ducornet hat drei Gedichtbände veröffentlicht: Silex de l’avenir (1966), Trophées en selle (1970) und Oblique Shocks (2001), ferner – in Zusammenarbeit mit Rikki Ducornet – surrealistische Spiele (Le nouveau jeu de loto, 1974, und Bouche à bouche, 1975) und Kinderbücher, außerdem vier Bücher literaturhistorischen Inhalts: Le Punching-ball & la vache à lait. La critique nord-américaine face au surréalisme (1992), Ça va chauffer! (2001), Les Parasites du surréalisme. La critique américaine versus André Breton (2002) und Surréalisme & athéisme (2007) sowie Übersetzungen von Publikationen Noam Chomskys und von mehreren Romanen Rikki Ducornets.
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Guy Ducornet verbirgt nicht seine Vorliebe für Stereoskope, Anamorphosen und Stereogramme – ein ganzes optisches Arsenal, dessen verfremdender Humor Marcel Duchamp nicht mißfallen hätte. Er vermengt auf seinen Bildern gern die Gesetze verschiedener Perspektivsysteme und behandelt sie wie lauter Illusionseffekte, die die Wahrnehmung von zwei- und dreidimensionalen Räumen durcheinanderbringen und die er munter mit anderen Scheinrealitäten wie unechtem Holz, nachgemachtem Marmor usw. verbindet. Hinzu kommen noch die Ergebnisse automatischer Techniken wie Frottage, Grattage, Collage und Decalcomanie. Indem er Räume mit wechselnder Geometrie konstruiert, die zugleich zeitliche und symbolische Räume sowie Orte des Zutagetretens von Erinnerungsfossilien sind, praktiziert Guy Ducornet eine Archäologie des Blicks“ [Jean-Claude Charbonel]. |