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PAUSCHALREISE ZUR INTIFADA | |
K risengebiete sind keine guten Reiseziele. Das wissen vor allem die Reiseveranstalter, die gerade auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin über drastische Umsatzrückgänge geklagt haben. Sparsamkeit in Zeiten schwacher Konjunktur lässt ihre Branche kränkeln, mehr aber noch die Angst vor Terrorismus und einem Irak-Krieg. Die Frage, ob Ägypten, Tunesien oder Türkei noch sichere Reiseländer sind, stellt sich heute anders als noch vor zwei Jahren. Die Mehrheit der Deutschen gibt an, Angst vor Krieg und Terror beeinflusse ihre Urlaubsentscheidung. Eine Minderheitempfindet das Gegenteil: Menschen suchen in ihrer Freizeit Nervenkitzel, Kampf, Lebensgefahr. Nicht gleich die vorderste Kriegsfront mit dauerhafter militärischer Verpflichtung, aber drei Wochen Fronterlebnis mit etwas Komfort und mit Rückflug zu buchen - das scheint manche Zeitgenossen zu reizen. Aus dem Westjordanland, wo seit Ausbruch der Al-Aksa-Intifada vor zweieinhalb Jahren palästinensische Terroranschläge und israelische Vergeltungsaktionen täglich ihre Opfer fordern, kommt jetzt das Angebot zu einem Abenteuerurlaub der extremen Sorte. In Gusch Etzion, einer jüdischen Siedlung zwischen Hebron und Bethlehem, bietet der israelische Siedler Jay Greenblad als privater |
Reiseveranstalter Touristen einen Terrorurlaub all inclusive an. Die "Urlauber" sollen nachts in jüdischen Siedlungen patrouillieren, die von palästinensischen Extremisten angegriffen werden könnten. Zu den "packenden Erfahrungen" des Aufenthalts gehören ein Nahkampftraining und Schießübungen mit M-16-Gewehren und Kalaschnikows. Zudem sollen die Terror-Touristen ruhig auch einmal Sprengstoffgürtel umlegen, wie sie von Selbstmordattentätern benutzt werden, preist Greenblad der französischen Nachrichtenagentur afp die Höhepunkte seines Angebots an. Die ersten 25 Teilnehmer, die sich ihren Extrem-Urlaub 5500 Euro kosten lassen, sollen für Anfang Mai angemeldet sein. Greenblad, der vor allem mit amerikanischen Kunden rechnet, verspricht diesen, dass sie "Israel ganz anders kennen lernen" und "lernen, gegen den Terrorismus zu kämpfen".
Gusch Etzion, als erste jüdische Siedlung der Neuzeit 1927 errichtet und seitdem wiederholt Schauplatz von Massakern und Terroranschlägen, ist hart umkämpfte Front zwischen Israelis und Palästinensern. Dorthin noch kriegsbegeisterte Waffennarren zu locken, die sich ihre militäristischen Urlaubsträume mit der Maschinenpistole erfüllen wollen, belegt: Der Horror ist immer noch steigerbar. |