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Collage, P. Schneider-Rabel, 1997




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Collage P. Schneider-Rabel, 1998



Victor Hugo: Châtteau romantique, 1847 Victor Hugo: Paysage, 1855 Victor Hugo: Forme agitée, 1853





Anonym, Arcimboldeske Figur, 1569



Rudolf Hausner

Roland Topor

Karl Trinkewitz, Buchstabenbild


Paul und Gala Èluard
 

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Surrealismus-AusstellungenSurrealismusausstellungen seit 1968





Phantastische Welten

Vom Surrealismus zum Neosymbolismus. Drei Malergenerationen des 20. Jahrhunderts
28. Mai – 1. Aug. 2010
»Das Wort ,surrealistisch' wurde 1917 von dem französischen Dichter Guillaume Apollinaire geprägt. In seiner Schrift „Manifest du Surréalisme“ wird Sigmund Freuds Psychoanalyse verherrlicht, man huldigt der Einsicht des Traums und scheinbar gegensätzliche Zustände wie Traum und Wirklichkeit werden thematisiert...
Die Ausstellung nimmt den Betrachter mit alogischen Darstellungen in nicht selten apokalyptischen Szenerien, wie auch in ihren abenteuerlichen und bedrohlichen Visionen gefangen. Ihre oft atypische und individuelle Mythologie verknüpft reale Welten und oft alptraumhafte Daseinsentwürfe.«
Museum der Stadt Ratingen
Peter-Brüning-Platz 1 – 40878 Ratingen


FRIDA KAHLO – RETROSPEKTIVE

1. Sept. – 5. Dez. 2010
»Im Herbst 2010 präsentiert das Bank Austria Kunstforum die erste umfassende Ausstellung über Frida Kahlo in Österreich. Der Mythos der mexikanischen Künstlerin hat globales Format angenommen; Frida ist eine Ikone mit Starcharakter: Identifikationsfigur der mexikanischen Kultur, Vorreiterin der feministischen Bewegung, Marke einer großen Merchandising-Maschinerie, schillernd exotische Filmvorlage für das Hollywoodkino...«
Bank Austria Kunstforum
Freyung 8
A–1010 Wien


Miró – Die Farben der Poesie

2. Juli – 14. Nov. 2010
»Die große Sommerausstellung 2010 im Museum Frieder Burda in Baden-Baden vereint etwa einhundert herausragende Werke von Joan Miró (1893–1983), die sechs Jahrzehnte des Schaffens des katalanischen Künstlers widerspiegeln. Die Gemälde, Skulpturen und Keramiken werden in den großen, hellen Sälen des Museums präsentiert, die eigens zu diesem Anlass umgestaltet wurden. Zur Verfügung gestellt werden sie sowohl von bedeutenden öffentlichen Sammlungen, wie dem Centre Pompidou in Paris, der Fundació Joan Miró in Barcelona und Palma de Mallorca, der Fondation Beyeler in Riehen, den Kunstmuseen von Basel und Bern, der Phillips Collection in Washington, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid als auch von zahlreichen Privatsammlungen in Europa und den USA...«


Familientreffen – Philipp Otto Runge zum 225. Geburtstag

31. Mai bis 25. August 2002
»Philipp Otto Runge, der seit 1795 in Hamburg lebte und arbeitete, ist neben Caspar David Friedrich der andere prominente Künstler der Romantik. Bei Runge hat die Portrait-Darstellung einen hohen Stellenwert, da das Individuum für ihn wichtiges Mitglied der Gemeinschaft ist. Die Familie ist daher für Runge Keimzelle für größere, gesellschaftliche Zusammenhänge.
Die bildnerische Auseinandersetzung mit der eigenen Familie hat daher in der Kunst Philipp Otto Runges eine Schlüsselposition. Sie ist Ausdruck der romantischen Idee von Familie als einem unverbrüchlichen Bündnis. Eine kleine Publikation wird sich dieser Besonderheit im Werk des Künstlers widmen.
Neben Hauptwerken in Öl werden auch Einblicke in die Schätze des Kupferstichkabinetts gewährt. Ergänzt wird diese Ausstellung durch ausgewählte Leihgaben aus anderen Museen und Privatbesitz, die die einzigartige Runge-Sammlung der Hamburger Kunsthalle bereichern.
Aus Anlass des 225. Geburtstages des Künstlers wird ein Familientreffen in Hamburg stattfinden.«


Niki de Saint Phalle – Im Garten der Fantasie

Essl Museum in Klosterneuburg/A
21. Mai – 26. Sept. 2010
»Niki de Saint Phalles Werk ist gekennzeichnet von Sinnlichkeit der Farbe und der Form, von der Kraft der Fantasie und des Humors, aber auch von einem feministischen künstlerischen Ansatz der 60er Jahre, der häufig vergessen wird. Die Ausstellung im Großen Saal zeigt frühe Assemblagen, Schießbilder, Objekte und Skulpturen, gemeinsame Arbeiten mit Jean Tinguely und die berühmten Nanas. Unbestreitbar ist, dass man sich der augenblicklich beim Betrachten ihrer Werke entstehenden betörenden Fröhlichkeit und Sinnlichkeit nicht entziehen kann. In späten Jahren hat sich die Künstlerin auch intensiv mit der Gestaltung von Gärten beschäftigt, so wird der Große Saal des Essl Museums mit der Kunst von Niki de Saint Phalle und einer speziellen Ausstellungsarchitektur zu einem Garten der Fantasie.«


Frida Kahlo – Retrospektive

30. April – 9. Aug. 2010
»... Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau wird mit über 170 Arbeiten (Malerei und Zeichnungen) Frida Kahlos die umfassendste Werkschau sein. Es werden nie zuvor gezeigte und verschollen geglaubte Arbeiten präsentiert. Ein besonderer Höhepunkt wird das letzte Werk Frida Kahlos sein, das bisher noch nie zu sehen war. Zudem wird eine umfangreiche Präsentation von annähernd 90 zum Teil bislang unveröffentlichten Zeichnungen die unbekannten Seiten der Künstlerin offen legen. So zeigt sie in den Metamorphosen der Landschaften ihrer Zeichnungen die sexuellen Phantasien und die humorvollen Seiten in raffinierten Wort- und Bildspielen. Die rätselhafte Verschlüsselung ihrer Bilder durch Zahlen und Wortspiele werden anschaulich erläutert...«


Wanderer zwischen den Welten

Phantastische und visionäre Kunst aus drei Jahrhunderten
30. April – 29. Aug. 2010
SchlossÖkonomie Eggenfelden/Gern [bei Passau]
»Die Ausstellung beginnt mit den Urvätern der Phantastischen Kunst, den italienischen Architekten und Künstlern Piranesi, und führt über die modernen Klassiker der Phantastischen Kunst wie Edgar Ende und Mac Zimmermann zu acht zeitgenössischen Künstlern mit ihren surrealen Weltbildern.«


DIE MACHT DER PHANTASIE

GRENZÜBERSCHREITENDE MANIERISTISCHE-PHANTASTISCHE KUNST
im Barockschloss Riegersburg [Österreich]
28. April – 15 Nov. 2010
»Am ,Ende der Welt' gelegen, scheint das Barockschloss Riegersburg auch topographisch gesehen, der ideale Ort zu sein, um eine Ausstellung phantastischer Kunst zu zeigen. Wie eine Fata Morgana erhebt sich das Schloss mitten im einsamen Grenzland. So treffen innere Welt und äußere Welt zusammen.
Die Sonderausstellung 2010 auf Barockschloss Riegersburg widmet sich der Macht der Phantasie. Die Phantasie als Flucht, als Utopie, als Traumbild, aber auch als Werkzeug des Denkens im Sinne der Vorstellungskraft die wir brauchen, um Ängsten und Wünschen zu begegnen...«


Karl Otto Götz – In Erwartung blitzschneller Wunder

Arp-Museum, Rolandseck
28.März – 8. Aug. 2010
»Karl Otto Götz [geb. 1914] zählt zu den wichtigsten Protagonisten der informellen Malerei. Mit dieser Kunstrichtung fand Deutschland nach dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg wieder Anschluss an die internationale Avantgarde.
Gemäß dem künstlerischen Leitmotiv des Malers, das der Ausstellung ihren Titel gibt, wird der Entstehungsprozess seiner Bilder durch rasches Arbeiten geprägt. Denn ›die Schnelligkeit war für mich ein notwendiges Mittel, um den Grad der bewussten Kontrolle auf ein Minimum herabzudrücken. Durch die Schnelligkeit entstanden außerdem Formverläufe, Passagen und Texturen (Schlieren und Spritzer), die mir bei langsamer, kontrollierter Malerei nicht gelungen wären.‹ Auf diese Weise schaffte es Götz, sich vom klassischen Formprinzip zu befreien und die Malerei durch ein gänzlich neues Verhältnis von Figur und Grund zu bereichern.
Die retrospektiv abgelegte Schau beleuchtet sowohl die künstlerische Entwicklung als auch die enorme Bandbreite des informellen Werkes von Götz. Schlüsselwerke von 1942 bis 2009 führen die zentralen Bildschemata des Künstlers vor Augen, zeigen seine verschiedenen Arbeitsmodi und demonstrieren den unerschöpflichen Variationsreichtum seiner Bildsprache. [...] Die Ausstellung versammelt rund 50 zum Teil bislang unbekannte Arbeiten aller Schaffensphasen. Darunter sind Schlüsselwerke wie die beiden ersten informellen Bilder von 1952, das eindrucksvolle Gemälde ›Otella‹ (1986), das den Beginn der ›Giverny-Serie‹ markiert, das großformatige Bild ›Jonction II‹, welches das historische Ereignis der deutschen Wiedervereinigung thematisiert, bis hin zu aktuellen Arbeiten von 2009 wie ›Schlitt III‹. [...]«


Neo Rauch – Begleiter

Pinakothek der Moderne, München/Museum der bildenden Künste Leipzig
20. April – 15. Aug. 2010
»2010 findet ... die erste große Retrospektive des Künstlers statt. Etwa 120 – meist großformatige – Werke aus den Jahren 1993 bis 2010 künden vom Schaffen eines Künstlers, der in seinen höchst eigenwilligen Bildwelten der surrealistischen Tradition eine unerwartete Aktualität und Perspektive gewiesen hat. Waren es nach der politischen Wende und den ungeheuren gesellschafts-politischen Umbrüchen vor allem Szenerien, die vom Umbau der Landschaft kündeten wie von der Demontage einer artifiziell am Leben gehaltenen Wirtschaft, so bevölkerten bald danach Forscher, Künstler und paramilitärisch anmutendes Servicepersonal die Szenerien, wobei deren Aktionsradius nicht leicht zu decodierenden Vorgaben folgt. War das Werk bis Ende der 1990er Jahre an zeichnerischen Komponenten orientiert, so gewinnen danach der malerische Duktus und eine ausgeprägtere farbige Palette die Oberhand.«


Frida Kahlo – Ein Band um eine Bombe

28. Febr. 2009 – 31. Dez. 2010
Kunstmuseum Gehrke-Remund, Baden-Baden
»Ab 28. Februar 2009 ist im Kunstmuseum Gehrke-Remund die umfangreichste Frida Kahlo Sammlung aller Zeiten zu sehen. Über 100 Gemälde werden gezeigt.
Die Ausstellung erstreckt sich über rund 600 qm und ist in einer alten Emaillierfabrik in Baden-Baden untergebracht.
Neben den Gemälden, Kleider und Schmuck ist auch der Lebensmittelpunkt von Frida Kahlo, ihre Casa Azul (das Blaue Haus) zu erleben.«


Surreale Welten

10. Juli 2008 – bis auf weiteres
Museum Scharf-Gerstenberg, Berlin
»Unter dem Titel ,Surreale Welten' werden mehr als 250 hochkarätige Werke der Surrealisten und ihrer Vorläufer gezeigt. Das Spektrum der Künstler reicht von Piranesi und Goya über Klinger und Redon bis zu Dalí, Magritte, Max Ernst und Dubuffet.
Die Sammlung Scharf-Gerstenberg besitzt ein klares inhaltliches Profil und zeichnet mit über 250 Gemälden, Skulpturen und Arbeiten auf Papier die Geschichte der phantastischen Kunst nach. Im Zentrum der Kollektion steht der Surrealismus, eine Bewegung zur Erneuerung der Kunst, deren Grundsätze 1924 in Paris durch André Breton in einem Manifest verkündet wurden.
Fast alle Mitglieder der Surrealistengruppe sind mit ausgewählten Arbeiten in der Sammlung vertreten. Größere Werkgruppen gibt es insbesondere von René Magritte, Max Ernst und Hans Bellmer, jedoch auch von Wols und Paul Klee. Die zentralen Bildstrategien des Surrealismus wie beispielsweise Kombinatorik, Metamorphose und reiner psychischer Automatismus werden durch zahlreiche meisterhafte Beispiele vor Augen geführt...«


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Zu den Ausstellungen
Notizen · In Sachen Forum

Aimé Césaire: Rede über den Kolonialismus und andere Texte

Berlin (Karin Kramer Verlag) 2010
Ausgewählt, übersetzt und eingeleitet von Heribert Becker


»Der auf der Karibikinsel Martinique beheimatete frankophone Lyriker, Dramatiker und politische Aktivist Aimé Césaire (1913-2008) gilt mit seinen leidenschaftlichen, wortmächtigen Dichtungen (Cahier d'un retour au pays natal, 1936-38, Les Armes miraculeuses, 1946, Soleil cou coupé, 1949, Ferrements, 1959, u.a.) und Theaterstücken (Quand les chiens se taisaient, 1958, Une saison au Congo, 1966, u.a.) als einer der bedeutendsten Dichter schwarzer Hautfarbe im 20. Jahrhundert. (Das Cahier sei, so André Breton seinerzeit, ,nicht mehr und nicht weniger als das größte lyrische Monument unserer Zeit'.) Als Mitbegründer der legendären Négritude-Bewegung kämpfte Césaire seit Mitte der 1930er Jahre mit großem Engagement für die Befreiung der Schwarzen auf den Antillen und dann auch in Afrika von kolonialistischer Ausbeutung, Unterdrückung und Entmenschlichung, rassistischer Bevormundung und zwangsweiser Unterwerfung unter die Kultur der Weißen. Mit der Aufforderung an alle Schwarzen, zu den Wurzeln der "Wiege Afrika" zurückzukehren und damit wieder zu einer ureigenen schwarzen Identität zu finden, bereitete die Négritude-Bewegung geistig den Entkolonisierungsprozess vor, der nach dem 2. Weltkrieg vielen von Europa barbarisch unterjochten Ländern Afrikas die politische Unabhängigkeit bescherte. Von 1941 bis '44 gab Césaire auf Martinique die Kulturzeitschrift Tropiques heraus, die ebenfalls die Ideen der Négritude vertrat und die in der Zeit des Vichy-Regimes ein Sprachrohr der Widerstands gegen Unterdrückung und Unfreiheit war. Das hier vorgelegte Buch enthält mehrere Beiträge Césaires aus dieser Zeitschrift. Vor allem aber findet sich in ihm mit der erstmals 1950 publizierten Rede über den Kolonialismus seine wichtigste, weltweite Aufmerksamkeit erregende Anklageschrift gegen das Verbrechen des Kolonialismus, aufgrund dessen ,Europa vor der menschlichen Gemeinschaft Rechenschaft abzulegen hat für den höchsten Leichenberg der Geschichte'.« [Klappentext]


Egon Günther – hegt traum kerne

»'hegt traum kerne' ist Poesie aus dem Hinterland, verfasst [sollte irgendwer noch der fragwürdigen Hypothese von der Urheberschaft anhängen, mag er's getrost glauben] von einem nie mehr vom Fleck gekommenen Landstreicher, sozusagen aus einer korrekten Froschperspektive, die über den Brunnenrand hinaus sieht, 'dem entgegen das ohne ende und anfang'.« (Egon Günther)
Leseprobe im PDF-Format


Benjamin Péret
Je ne mange pas de ce pain-là
(Ich esse nicht von diesem Brot)

Paris (Ed. Syllepse) 2010
Klappentext des Buches:
»In seinen Entretiens (Gespräche) von 1952 erklärte André Breton: "Im Laufe der drei Jahre, die dem neuen Krieg [i.e. dem 2. Weltkrieg] vorangehen, bekräftigt der Surrealismus nochmals seinen Willen, mit dem gesamten Wertesystem, das die bürgerliche Gesellschaft anbietet, keinerlei Kompromisse einzugehen. Dieser Wille drückt sich mit einem Höchstmaß an Unversöhnlichkeit und Kühnheit in Benjamin Pérets Gedichtband Je ne mange pas de ce pain-là aus."
Dieser 1936 in den Editions surréalistes veröffentlichte Band war sehr bald nicht mehr greifbar. Er steht seither emblematisch für einen surrealistischen Dichter und revolutionären Kämpfer, der kurz nach dem Erscheinen des Buches nach Spanien ging, um dort gegen den Franquismus zu kämpfen.
Péret betreibt in diesen Gedichten ein regelrechtes Zerstörungswerk in Bezug auf Religion, Vaterland, Nationalismus und die Politiker seiner Zeit. Je ne mange pas de ce pain-là findet gerade heute wieder eine außerordentliche Resonanz und stellt eine Herausforderung an die neuen Fundamentalismen und die herrschende geistige Ordnung dar. Auf Pérets zornentbrannte Texte folgt eine Umfrage von Heribert Becker zu ihrer Rezeption seitens der Leser von Pérets Werk.«

In Kürze wird dieser Gedichtband Pérets in einer zweisprachigen Ausgabe einschließlich der Umfrage von Heribert Becker im Karin Kramer Verlag, Berlin, erscheinen. Auf die Umfrage antworteten u.a. José Pierre, Claude Courtot, Guy Prévan, Franklin Rosemont, Jean-Michel Goutier, Jean-Clarence Lambert, Alain Joubert, Guy Cabanel, Arturo Schwarz, Robert Lagarde, Bernd Straub-Molitor, Adolf Endler, Her de Vries, Milan Nápravník und Richard Anders.


Leonora Carrington: Die Windsbraut. Bizarre Geschichten.

Hamburg (Edition Nautilus) 2009
256 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

»Als Schriftstellerin ist Leonora Carrington, die 'eigentlich' Malerin ist, im deutschen Sprachraum recht präsent: 1980 erschien ihr Roman Das Hörrohr (Neuauflagen 1986, 1989, 1992, 1995 und 2007, als Hörspiel 1990, als Hörbuch 2008), 1981 folgte der autobiografische Bericht Unten (Neuauflagen 1994, 2008), 1982 der Band Die ovale Dame. Magische Erzählungen (als Taschenbuch auch 1986), 1985 Ein Flanellnachthemd. Theaterstücke, 2008 der Erzählband Das Haus der Angst. Ende der 90er/Anfang der 2000er Jahre wurden des öfteren ihre Theaterstücke aufgeführt. Nun ist erneut ein Band mit in deutscher Sprache größtenteils noch unveröffentlichten Erzählungen, zwischen 1938 und den 1980er Jahren verfasst, erschienen: Die Windsbraut. Das Buch enthält auch eine Reihe farbiger Reproduktionen von Carringtons Gemälden, die in Deutschland bislang noch wenig bekannt sind.
Leonora Carrington, 1917 als Tochter eines schwerreichen Industriellen in Lancashire/England geboren, ist in der Hauptsache Malerin, begann aber schon mit 19 Jahren, Erzählungen und Theaterstücke zu schreiben. 1937 lernte die gegen ihr Upper-class-Milieu revoltierende junge Frau in London Max Ernst kennen, folgte ihm wenig später nach Paris und schloss sich der dortigen Surrealistengruppe an. 1938–1940 lebten Ernst und seine 'Windsbraut', wie er sie nannte, zusammen in Südfrankreich, doch der Ausbruch des Krieges trennte die beiden. Leonora erlitt einen psychischen Zusammenbruch, floh nach Spanien und wurde dort schließlich in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, wovon sie in dem beeindruckenden Text Unten berichtet. Über Madrid gelangte sie nach Lissabon und ging im Sommer 1941 von dort aus ins Exil: zunächst nach New York, Anfang 1942 nach Mexiko-Stadt, wo sie seither lebt, abgesehen von einigen Aufenthalten in New York und Chicago.
Besonders faszinierend sind die frühen, in Paris, Südfrankreich und New York entstandenen Erzählungen Carringtons. Oft autobiografisch gefärbt, präsentieren sie uns Mädchen oder junge Frauen, die sich heftig gegen ihre bürgerliche Umgebung, meistens personifziert in der Figur des Vaters, auflehnen. Sie setzen der rationalistischen Erwachsenenwelt die Phantasiewelt des Kindes, der 'Zivilisation' die 'Wildnis' entgegen. Von Beginn an beeinflussten irisch-keltische Märchen und Mythen Carringtons künstlerische Vorstellungswelt. Später, in Mexiko, beschäftigte sie sich intensiv mit verschiedenen okkultistischen Überlieferungen und mit außereuropäischen Philosophien, Religionen und Mythen, eine Tätigkeit, die ihr Malen und Schreiben ebenfalls grundlegend prägte. Das Leitmotiv ihrer vielfältigen Studien und ihrer bildkünstlerischen und literarischen Arbeiten war und ist die Suche nach Alternativen zum westlichen Denken, insbesondere im Hinblick auf die für sie evidente Tatsache, dass die spezifisch weiblichen Kräfte und Werte im Laufe der Jahrhunderte durch eine patriarchalische Dominanz, die namentlich auf das Christentum zurückgeht, unterdrückt und verschüttet wurden. Dieses 'Ewig-Weibliche' wiederzuentdecken und künstlerisch darzustellen, ist das zentrale Motiv, das hinter Carringtons Malerei und ihren erzählerischen und dramatischen Texten steht.« [Text: Heribert Becker]


Lexikon der phantastischen Künstler

Autor: Gerhard Habarta
Mehr als 1.000 Künstlerbiographien aus den Bereichen Surrealismus, Automatismus, Comic-Kunst und Graphic Novel, Dadaismus, Digital Art, Fantasy, Feinmalerei, Gothic Art, Informel, Irrationalismus, Phantastischer Realismus, Symbolismus, Tromp l’OEil, Visionär Art.
»Ohne Rücksicht auf die traditionellen Definitionen wurde alles erreichbare Material über alle Maler, Grafiker, Bildhauer, Fotografen, Digital-, Comic- oder Baukünstler mit phantastischen Elementen in ihrem Werk gesammelt. Es fanden sich mehr als 5.000 Biographien in nahezu 70 Ländern und dazu zahlreiche Künstler, von denen man kaum mehr kennt als Teile ihres Werkes. Und es kann gefolgert werden, dass es noch viele für uns unsichtbar gebliebene gibt. Manche Angaben sind fragmentarisch, weil kaum recherchierbar, auch wenn das Internet und ein paar tausend Dokumente, Kataloge und Bücher mehr als hilfreich waren. Sie gehen an das in Gründung befindliche Archiv phantastischer Künstler I.F.A.A.«


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Zu den Ausstellungen
Zu den Neuerscheinungen

Alain-Pierre Pillet gestorben

Am 16. Dezember 2009 ist in seiner Heimatstadt Genf der frankophone Schweizer Dichter Alain-Pierre Pillet, Jahrgang 1947, gestorben.
Pillet, Lyriker, Theaterautor und Gründer des Verlags "Les Iles Célèbes", stand dem Surrealismus sehr nahe. Seine Bücher wurden u.a. von den surrealistischen Künstlern Robert Lagarde, Hervé Télémaque, Jean Terrossian und Christian d'Orgeix illustriert. Er figuriert in der 3. und 4. Auflage der umfangreichen Lyrik-Anthologie Das surrealistische Gedicht, Frankfurt/M. 2000 und 2005.
Einige Publikationen Pillets: Comètes [1982], André Breton à Venise [1984], Venezia Traviata [19849], La Beauté sur la terre [1994], Les Dangers de la route [1995], La Maison de verre [1996], L'Amour est une conquête de l'air [1999], Watt Mer I [2000], Watt Mer II [2001], Watt Mer III [2003].


WELT OHNE GOTT

Ein Plädoyer wider den Glauben / von Karen Duve
Spiegel-Artikel vom 30.03.2009


Zwei Neuigkeiten zu André Breton

Armer André Breton! Schon zu Lebzeiten musste er sich alle möglichen Beleidigungen und Verunglimpfungen gefallen lassen, ganz zu schweigen von den Entstellungen seines Denkens, die natürlich dessen Wirkung mindern sollten. Nun sieht er sich mit der Mittelmäßigkeit von heute konfrontiert ...
Weitere Infos


ANDRÉ BRETON IN DEN HÄNDEN VON INVESTOREN UND SPEKULANTEN

Zwei Pressemeldungen


Benjamin Péret jetzt auch im Internet

»Die Vereinigung der Freunde Benjamin Pérets verfügt seit Sommer 2007 über eine von Gérard Roche konzipierte Website. Nach der seit 1995 abgeschlossenen Publikation der Œuvres complètes Pérets ist die Einrichtung dieser Seite sicher eine neue, wichtige Etappe im Bewahren der Erinnerung an diesen großen surrealistischen Dichter...«
Weitere Infos


SIE SIND AUF DER SUCHE...?

nach einem älteren Beitrag, dem Sie einmal auf dieser Seite begegnet sind? Daten & Fakten zu einer Ausstellung, die bereits beendet ist? Dann schauen Sie doch mal ins Archiv:
 H. Becker [1] [2] [3] [4] [5] [6]  Annie Le Brun  Surrogat No 4  UNVERKÄUFLICH!  US Surrealists  Sylvia Valdés
A. Schürmann-Emanuely Die Wut im Bauch, Teil 1, Teil 2, Teil 3

Bisher erschienene Newsletter:
 No 1 [1/2004]  No 2 [12/2004] No 3 [7/2006]

Oder gibt es Informationen – z. B. zu Neuerscheinungen – , die hier unbedingt berücksichtigt werden sollten?
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